Sicherheitsforschung

Während sich die Analyse internationaler Konflikte und ihrer Bewältigung bereits nach dem Ersten Weltkrieg als Disziplin etablieren konnte, ist die heute im Vordergrund stehende wissenschaftliche Analyse des Schutzes innerer, ziviler Sicherheit ein junges Feld. Angestoßen durch die Herausforderungen vernetzter Informations- und Kommunikationstechnologien und die Betonung von “Homeland Security” seit "9/11" ist das früher amtsintern abgedeckte, aber hierfür zu komplex gewordene Gebiet der Forschung und Entwicklung von Sicherheitstechnik zum Gegenstand interdisziplinärer wissenschaftlicher Forschung geworden.

Die operative Ausformung des Begriffs Sicherheitsforschung ist aufgrund ihres starken Praxis- und Anwendungsbezugs jeweils von der aktuellen Bedarfslage geprägt.

Sicherheitsforschung nutzt ein breites Spektrum an qualitativen und quantitativen Methoden der beteiligten technisch-naturwissenschaftlichen sowie human- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen. Besondere Bedeutung haben angesichts der Zukunfts- und Handlungsorientierung sicherheitsrelevanter Forschung neben der ingenieurwissenschaftlichen Systementwicklung vor allem methodische Ansätze wie Trendanalysen, Szenarienforschung, Simulationen, experimentelle Übungen, Mensch/Maschine-Schnittstellenforschung, beobachtende und teilhabende Kultur-, Psycho- und Systemanalyse, Kommunikations- und Meinungsforschung, strukturierte Expertenbefragung und praxisorientierte Forschungsdialoge. Eine Grundbedingung von Sicherheitsforschung ist dabei die aktive Einbindung der Bedarfsträger, d.h. der zukünftigen Anwender von Sicherheitsforschungserkenntnissen. Ihre Forschungsergebnisse generieren nur dann einen greifbaren Mehrwert, wenn sie durch potenzielle Nutzer angenommen und zum Einsatz gebracht werden.

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